GRUPPE DREI spricht über… WEB-KONZEPTION

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GRUPPE DREI SPRICHT ÜBER... WEB-KONZEPTION | Erfahrungen und Anmerkungen aus dem Alltag einer Marketing-Agentur

Als Agentur für strategisches Marketing berät GRUPPE DREI seit vielen Jahren Kunden aus unterschiedlichsten Branchen im Hinblick auf deren digitale Präsenz. Unzählige Unternehmens-Websites sind dabei bislang entstanden. Trotz dieser jahrzehntelangen Erfahrung bei der Entwicklung wirkungsvoller Firmen-Auftritte sind wir bei jedem Projekt aufs Neue gefordert, uns mit den spezifischen Schwerpunkten der Unternehmen auseinanderzusetzen und infolgedessen mit den Botschaften, die wir den Kunden unserer Kunden dabei senden. Anlass genug, uns hier einmal über Grundsätzliches zu unterhalten.

Denn immer wieder fallen uns bei eigenen Gestaltungen wie auch bei der Beobachtung des Markts (das heißt anderer Websites) Dinge auf, die wir besonders toll finden, aber auch Dinge, die uns nerven. Der folgende Blog soll also nicht den Stein der Weisen verkörpern, sondern ganz einfach zum Nach- und Mitdenken anregen. Wenn Sie gerade Ihre eigene Unternehmenswebsite neu entwickeln oder überarbeiten (lassen), sind vielleicht ein paar konzeptionelle Impulse für Sie dabei. Ansonsten wünschen wir ganz einfach: Eine kurzweilige Lektüre.

EINE GUTE WEBSITE…
Eine Unternehmenswebsite gehört heute zum Standardrepertoire. Wer keine hat, ist nicht existent; das gilt sowohl für (potenzielle) Kunden und Interessenten als auch für (potenzielle) Mitarbeiter. So stellt sie den ersten Eindruck über ein Unternehmen dar – und damit leider oft auch den letzten.

Denn selbst wenn sich die technischen Möglichkeiten und Rahmenbedingungen in den vergangenen Jahren immer weiterentwickelt haben, sind einige elementare Konstanten doch geblieben: Eine Unternehmenswebsite sollte attraktiv und informativ sein, sie sollte das Produkt- oder Leistungsportfolio angemessen repräsentieren und auch für etwaige neue Mitarbeiter interessant sein. Ach ja, auf dem Handy sollte sie heutzutage auch funktionieren. Hört sich einfach an. Ist es aber nicht. Selbst wenn es die „perfekte“ Website wohl nie geben wird (Hinweis: wer sie doch kennt, darf sich gerne melden), gibt es jedenfalls solche, die hundert von hundert Menschen als (eher) schlecht bewerten würden. Gründe dafür kann es viele geben…

DER ERSTE EINDRUCK
Was war denn nochmal mit diesem ersten Eindruck…? Ach ja, richtig: Der zählt. Bei einer Anzahl von über 1 Milliarde Websites auf der Welt wird schnell klar, dass es auch so etwas wie einen Wettbewerb gibt. Für Ihre Kunden bedeutet das die Qual der Wahl oder: Die Möglichkeit, bei Nichtgefallen sich einer anderen Website zuzuwenden. Blöd dabei: Es könnte die Ihres Konkurrenten sein.

Ohne zu tief in neuropsychologische Erkenntnisse einsteigen zu wollen, so viel sei gesagt: Die Zeitspanne, um einen positiven ersten Eindruck zu hinterlassen, ist recht kurz. Und dabei reden wir genau genommen auch noch gar nicht von ihrer eigentlichen Website. Sondern auch von Ladezeiten – ein sich drehender Kreis ist da gar kein so gutes Zeichen. Manche behelfen sich zum Beispiel mit dem Unternehmenslogo, das farblich „geladen“ wird, bis was passiert. Kann man machen, muss man aber auch nicht. Oft würde es schon reichen, Bilder auf eine passende Größe zu rechnen. Oder auf einen leistungsfähigeren Server umzusteigen.

UND JETZT?
Du hast nichts zu bieten? Nichts zu sagen? Dann mach keine Website! Aber wenn Du das hast, dann sag gleich, wer Du bist und was Du machst. Dazu empfiehlt sich logischerweise der unmittelbar sichtbare, obere Bereich der Website, auch Headerbereich oder Above the Fold genannt. Hier sollte neben Grundlegendem, wie dem Unternehmenslogo, der Hauptnavigation und Kontaktoptionen, auch eine relevante Botschaft (meist platziert im Headerbild) zu finden sein. Das, was Sie Ihren Kunden als allererstes sagen und zeigen möchten. Das sollte schon gut sitzen.

DIGITALES DAUMENKINO
Wer kennt es nicht, die sich schnell verschiebenden Bilder: ein Slider, meist ein Slider des Headerbilds. Eigentlich eine gute Sache, um mehrere Informationen sofort zu übermitteln. Aber wie so oft im Leben gilt hier: weniger ist mehr! Erkenntnisse aus unserem Eyetracking-Labor, aber auch die persönliche Erfahrung zeigen: Der Slider im Headerbereich ist überbewertet. Warum: Weil hier oft eine recht unkonkrete Imagebotschaft gesendet werden soll, die mit den eigentlichen Leistungen oder Produkten nicht immer allzuviel zu tun hat. Der User arbeitet sich also ganz schnell weiter südlich. Selbst wenn in den Header-Slidern relevante Informationen zu finden sind, gilt doch generell: Mehr als drei Slides machen wenig Sinn, werden nicht mehr geschaut und sind bisweilen auch für die Augen anstrengend, wenn die Bilder zu rasch wechseln, was dann eher einem digitalen Daumenkino gleichkommt.

HYPER, HYPER…
Meinte schon der gute H.P. Baxxter, und er hatte Recht. Was früher als Hyperlink bezeichnet wurde, heißt heute schlicht Link. Wenig geändert hat sich an der Funktion: Ein Link linked – also verbindet – den User hin zu einem weiteren digitalen Inhalt im www. Was sich recht lapidar anhört, ist eines der wesentlichen Prinzipien dieses Internets.

Das Prinzip des Links macht dann auch einen Gutteil des Erlebnischarakters vieler Websiten aus: Ich kann mich schnell zu unterschiedlichsten Inhalten hin- und wieder zurückbewegen.

Wo dies nicht der Fall ist, kann man eher von einem digitalen Bilderbuch denn von einer Website sprechen.

Link ist aber natürlich nicht gleich Link! Wir unterscheiden grob zwischen externen Links und internen Links. Externe Links führen mich zu einer anderen Website, entsprechend mit Bedacht sollten diese verwendet werden. Interne Links, sind sie denn sinnvoll genutzt, dienen der schnelleren und direkteren Navigation hin zu weiteren Bereichen auf der Website. Fehlen solche Links, muss ich mich im besseren Fall mühsam über Breadcrumbs (das sind die kleinen Infozeilen, die mir sagen, wo ich denn gerade bin) zurücknavigieren, über den Footer oder im nervigsten Fall über den Zurück-Button. Und der liegt gedanklich nicht weit weg vom Verlassen der Website.

SCHLUSS MIT OSTEREIER-SUCHE!
Kalt, kalt, wärmer, wärmer… heiß!!! Was als Kinderspiel viele Befürworter findet, kann im digitalen Alltag allenfalls als lästig, mithin sogar geschäftsschädigend angesehen werden. Wir sprechen vom Verstecken von Inhalten. Oft stehen diese mit dem Gedanken des „Explorens“ in Verbindung. Kern des

Gedankens ist, dass der User sich doch die ach so spannende Welt eines Unternehmens erst einmal explorativ (gar kontemplativ?) erschließen möchte. Und dazu bekommt er…? Richtig: Geschichten, Bilder, Botschaften, die er sich doch bitte reinziehen möchte. Möchte er aber meist nicht. Denn entweder hat er keine Zeit, oder keine Lust. Er möchte lieber unmittelbar und direkt die Informationen, die ihn interessieren.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Geschichten, Bilder, Botschaften sind ganz elementar für den Markenaufbau jedes Unternehmens – und damit auch praktisch jeder Website. Und das dazugehörige Storytelling (wenn es denn gut gemacht ist) ist es mindestens ebenso. Nur sollte dieses dem User eben nicht aufgezwungen werden.

Zeig, was Du hast! Gerade in wettbewerbsintensiven Branchen ist die unmittelbare, klare und einfach zugängliche Präsentation von Produkten wesentlich. Sich solche Inhalte erst erschließen zu müssen – sei es durch Mouse-Over-Effekte, Akkordeon-Menüs oder sonstige Verstecke – erschwert es dem potenziellen Kunden, sich einen Überblick über das zu machen, was er vielleicht gerne kaufen möchte. Verkaufspsychologisch ist das in etwa so sinnvoll, als wenn der Edeka ums Eck sein Obst in Schubladen packen würde.

FIND ICH GUT…?
Ob ich eine Website gut finde, ist ein persönliches Geschmacksurteil. Ob ich eine Website gut finde (oder eben nicht), ist hingegen kein persönliches Urteil, sondern ein nachprüfbares Faktum. Logisch – es geht um Google und um die Frage, bei welchen Begriffen meine Website in den Suchergebnissen auftauchen soll oder nicht.

SEO (Search Engine Optimization) lautet das neudeutsche Zauberwort dazu. Selbst wenn die (sich auch noch immer wieder ändernden) Algorithmen des Internetgiganten nicht durchweg offenliegen, ein paar zentrale Faktoren gibt es dann doch: Die einen sind technisch/strukturell die anderen inhaltlich (Content, Content, Content und noch ein bisschen Content). Da kann man viel richtig machen, aber eben auch viel falsch.

Eine wichtige Erkenntnis bei der Strukturierung einer Website ist, dass Google kein sehr lyrisches Gemüt hat und metaphorische Verklausulierungen von Leistungen nicht wirklich honoriert. Ein Beispiel: Wer „Restauration von Fassaden“ anbietet, sollte das auf der obersten Ebene der Leistungsbezeichnung auch genau so benennen und nicht zum Beispiel „Ein neues Kleid für Ihr Lebensglück“.

RUF MICH (NICHT) AN!
Es ist der Ernstfall eingetreten: ein Kunde möchte mit Ihnen in Kontakt treten. Eigentlich super (Franck Ribery würde sagen: „Juböööhl“), aber eben leider nicht immer ganz so einfach. Allzuoft sind Kontaktmöglichkeiten irgendwo auf der Website, aber nicht dort, wo der Kunde sich gerade befindet. Gerade auf dem Smartphone ist es dann eher lästig, den Weg über das Impressum gehen zu müssen. Hier sollte eine gewisse Redundanz der Kontaktoptionen walten, oder: Mehr Möglichkeiten an mehreren Orten macht dann eben auch mehr Freude. Und mehr Kunden.

Sicher wären die Anmerkungen noch erweiterbar. Wir möchten es aber damit vorerst bewenden lassen und den Blick richten auf tolle, durchdachte, sympathische und erfolgreiche Websites. Von denen gibt es nämlich glücklicherweise auch mehr als genug!

Dr. Valentin Christ